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Kurzinterview mit Dr. Daniel Algernon, Leiter ZfP-Labor, Nuklearinspektorat SVTI

Was assoziieren Sie mit dem Begriff Sicherheit?

Den Begriff Sicherheit verwenden wir in vielerlei Kontext. Persönlich ist für mich insbesondere jene Bedeutung des Begriffes von Wichtigkeit, die Bedingungen in meinem Umfeld zusammenfasst, die es mir erlauben, mich auf die eigentliche Tätigkeit zu fokussieren, statt mich um Gefahren sorgen zu müssen. Das bezieht sich auf meine Tätigkeiten im Beruf ebenso wie im Privaten. Voraussetzung dafür ist u.a. das notwendige Vertrauen meinerseits in die Sicherheit. Dafür benötige ich entweder die entsprechenden Informationen und das Wissen, das es mir erlaubt, die jeweiligen Bedingungen als sicher zu beurteilen, oder jedoch das persönliche Vertrauen in Strukturen, die für die Gewährleistung der Sicherheit verantwortlich sind.

Was bedeutet Sicherheit in Ihrem beruflichen Alltag?

In den meisten technischen Branchen kommt dem Thema Sicherheit entscheidende Bedeutung zu, insbesondere hinsichtlich des sicheren Betriebs einer technischen Anlage. Als Nuklearinspektorat sind wir für die Sicherheit ausgewählter Bereiche in einer Branche tätig, in der Sicherheit ein essenzielles Ziel ist. Dabei nehmen wir in der Sicherheitskette einen wichtigen Platz ein. Das Vertrauen, das uns die Gesellschaft in der Schweiz sowie im Rest Europas und der Welt entgegenbringt, verpflichtet uns zu höchster Sorgfalt und Kompetenz. Dafür bedarf es stabiler interner Prozesse, die die Zuverlässigkeit unserer Arbeit sicherstellen und in der Lage sind, Abweichungen zu identifizieren sowie zu korrigieren und dabei gleichzeitig eine effektive Anpassung an veränderte und u.U. unerwartete Situationen erlauben.

Welchen Beitrag zur Sicherheit leisten Sie mit Ihrer Tätigkeit?

Die zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) hat bei der Beurteilung sicherheitsrelevanter Bauteile eine grosse Bedeutung. Im Arbeitsgebiet des ZfP-Labors des Nuklearinspektorats beschäftigen wir uns mit der Analyse, Simulation und anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung im Bereich ZfP. Die zuverlässige Kenntnis der Leistungsstärke von ZfP-Systemen ist dabei zu jedem Zeitpunkt das Ziel. Durch Anwendung und Weiterentwicklung von Quantifizierungsmethodiken versuchen wir die von ZfP-Systemen gelieferten Informationen zu prüfen und belastbar für die sicherheitstechnische Beurteilung von Komponenten zu machen. Durch Simulationen und Softwareentwicklung können wir komplexe Zusammenhänge entschlüsseln und Prüfsysteme optimieren. Als Schnittstelle der ZfP in der Kerntechnik einerseits und andererseits im Bauwesen versuchen wir den Methodentransfer zur effizienten sicherheitstechnischen Prüfung in beide Richtungen zu fördern. Das betrifft die Ausweitung der in der Kerntechnik erarbeiteten Techniken und Methodiken in das Bauwesen ebenso wie den Transfer von Prüftechniken der ZfPBau in die Anwendung auf Betonkonstruktionen der Kerntechnik. Hierzu engagieren wir uns in internationalen Gremien und Fachausschüssen und sind in Forschungsvorhaben tätig.

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